Prof. Dr. sc. med. Gisela Ehle
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiatrische Therapie

Eine psychische Erkrankung ist meist für den Betroffenen, seine Angehörigen, Freunde und Kollegen eine Herausforderung, macht unsicher, löst nicht selten aber auch Ängste und Abwehr aus. Es fällt schwer, sich einzufühlen und nicht zu sagen: „Reiß dich zusammen.” Oft wird der Gang zum Psychiater lange hinausgezögert. Deshalb sollten wichtige Bezugspersonen im Umgang mit dem Erkrankten unterstützt werden, Informationen, z. B. zur Notwendigkeit langfristiger Psychopharmakatherapie erhalten. Psychische Erkrankungen entstehen, wie jegliche körperliche Erkrankung auch, immer aus dem Zusammenspiel biologischer, lebensgeschichtlicher und sozialer Einflüsse.

Im Gespräch mit der Ärztin über das Erleben, sich Fühlen, aufgetretene Veränderungen der Empfindungen und Wahrnehmungen, wird versucht, diese Einflüsse hinsichtlich der Symptomentstehung zu wichten. Körperliche Untersuchungen werden gegebenenfalls eingeleitet. Eine notwendige Korrektur der biologischen Störung im Neurotransmitterstoffwechsel bei psychotischer Depression oder Schizophrenie sollte immer ergänzt werden durch psychotherapeutische Begleitung.

In den psychotischen Formen des Erlebens und Verhaltens lassen sich immer psychologische Inhalte finden. Auch die schwerwiegenden Erfahrungen des Risses der Lebenskontinuität durch das Kranksein, stationären Aufenthalt in psychiatrischer Klinik, möglicherweise veränderte Rolle in der Familie, müssen im Dialog mit dem Therapeuten verarbeitet werden.

Ich strebe keine Psychotherapie der Psychose an, sondern „in der dialogischen Verarbeitung des Leidens mit dem Patienten eine Psychologisierung der Krankheit, also eine Einbeziehung des Schizophrenen in unsere Verständlichkeit.” (Benedetti 1983)

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Prof. Dr. sc. med. Gisela Ehle
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Mitglied der Ärztekammer Brandenburg